Über die Heiden

ROZNAVA, SLOVAKIA - JULY 21, 2014: The prayer of Jesus in the Gethsemane garden. Typical cahtolic printed image from the end of 19. cent.

Jesus:
Du bist noch ein echter Jude aus der alten Zeit Samuels und bist darum denn auch erleuchtet, wie es ein Jude sein soll; aber du hast dennoch einen kleinen Fehler, und der besteht darin, daß du gegen Fremde, die da nicht Juden sind, sehr verschlossen und nicht freundlich bist und heimlich ein Feind der Heiden, also, daß du sie alle vertilgen möchtest, so dir das irgend möglich wäre.
Ich weiß es wohl, daß du also bist in deinem wahren Eifer für eine Wahrheit aus Gott, und weil derlei bei den alten, wahren Juden auch stets vorkam, wo sie aufgefordert wurden, wider die Feinde des Volkes Gottes das Schwert zu ziehen. Aber das soll nun nicht mehr also sein, und es soll auch allen Heiden Mein Evangelium – darin die Gründung des Reiches Gottes auf dieser Erde zur Beseligung aller Menschen besteht – gepredigt werden. Denn es werden Zeiten kommen und sind schon da, in denen gar viele Heiden Gott näher stehen werden denn gar viele Juden, die Gott mit ihren Lippen loben und preisen, ihre Herzen aber von Ihm sehr ferne sind.
Siehe, nun suchen gar viele Heiden die Wahrheit, die einst die wahren Kinder Gottes besaßen von Adam an bis in diese Zeit, und so sie diese Wahrheit finden, so erkennen sie solche alsbald, nehmen sie mit dem willigsten Herzen an und werden voll lebendigsten Glaubens! Und das ist ja auch Mein Wille, spricht der Herr, daß auch die Heiden, die so lange ohne ihre Schuld in der dicksten Finsternis des dümmsten Aberglaubens schmachteten unter den Tyrannen und deren herrsch- und wohllebenssüchtigen Priestern, durch den Glauben an den einen, allein wahren Gott sollen selig werden.


Text: GEJ, B10, K145, A1-13
Abbildung: ROZNAVA, SLOVAKIA – JULY 21, 2014: The prayer of Jesus in the Gethsemane garden. Typical cahtolic printed image from the end of 19. cent. (© Renáta Sedmáková/ Fotolia.com)

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