Bruno allein im Wald

Aus dem Bildarchiv des Busam-Verlags. Katalog-Nr.: 409Bericht über seine frühe Kindheit, Februar 1949

[1] Fünf Jahre hart und härtester Kämpfe hat es gekostet, bis ich meine d. h. unsere Feinde herausgelockt1 und dazu genauestens studiert habe2. Es gibt tatsächlich keine feindliche Stelle mehr, die mich nicht beschossen hat3. Alle diese haben mich nur mit ihrem eigenen Dreck beworfen, als ich den Weg meiner Feinde vorüberzog4. Es blieb mir auch nichts anderes übrig, als die Sperrkette der Bösen5 zu durchbrechen, ein Zurück gab es nicht, nur vorwärts, aufwärts, ohne dazu müde zu werden. Was ich auf diesem Weg erlebt, will ich heute kurz schildern.

[2] Schon seit meiner Kindheit machte ich die Feststellung, dass der gute göttliche Weg fast leer war; hin und wieder traf ich einen guten Menschen an. Dieses machte mich sehr stutzig. Ich ging weiter und weiter6 und musste einen weiten Waldweg durchstreifen. Hier begegnete ich keine Menschen, dafür aber desto mehr Tiere, Tiere aller Art. Diese waren anfangs sehr ängstlich, was mich ebenfalls sehr stutzig machte. Erst jetzt kam mir die Erkenntnis zwischen Gut und Böse. Ging weiter und weiter und habe hierbei ein ganz klares Bild. Die Natur, die Tiere, mich und die Menschen sah ich als ein göttliches Wesen auf dieser Erde, die ich auch göttlich empfand.

[3] Hierbei erhielt ich den Gedanken: „Gott“7 und sagte so vor mich hin: „Gott wie ist es doch gut bei dir, hier will ich immer bleiben.“ Zu Hause bei meinen Eltern, wie auch bei den anderen Menschen, ist es nicht so schön, auch nicht so ruhig. Die meisten Menschen sind sehr böse8. Hier will ich bleiben und brauch mich vor den bösen Menschen nicht mehr zu fürchten. Darauf wurde mir klar, dass die Tiere sich auch der bösen Menschen wegen hier im Walde aufhalten. Es dauerte nicht lange und ich fühlte mich geborgen, besser als bei den Eltern zu Hause, denn hier war ich nicht so alleine9. Die Tiere haben plötzlich alle Scheu vor mir verloren, wurden sehr zutraulich, kamen zu mir, ließen sich streicheln. Ich sprach zu allen Tieren. Kurz, wir haben uns sehr gut verstanden, begleiteten mich durch den Wald, und wir wurden immer größere Freunde10.

[4] So verblieb ich einige Tage und Nächte in dem Wald, bis ich von Menschen aufgegriffen11 und zu den Eltern gebracht wurde. Hier erhielt ich sehr viel grobe Schläge und wurde zu alledem in einem Zimmer eingesperrt. Der Schläge wegen habe ich niemals weinen können, da ich die Schläge nicht als Schmerz empfand, obwohl der Körper manchmal blau und grün geschlagen wurde12. Jedenfalls dauerte die Gefangenschaft im Elternhaus nicht lange, da ich sehr schnell und oft mich aus dieser befreite. Der Wald und meine Freunde, die Tiere, waren so stark, dass sie mich immer wieder zu sich anzogen. Zwischendurch erhielt ich öfters den Gedanken im Walde: Sind die Menschen nicht auch deine Freunde? Ja, warum laufe ich denn immer von den Menschen? Wieder eine Erkenntnis: Die Tiere fürchten das Böse in den Menschen, aber ich fürchte mich nicht, denn ich bin stärker als das Böse, dass ich stärker bin, will ich allen Menschen zeigen. So klein auch noch mein Körper war, aber ich fühlte mich einfach stärker als alle Menschen13.

[5] Von hier ab, mein Körper war gut 2 ½Jahre alt, zog es mich zu den Menschen, die von dem Bösen überwältigt14 waren. Das Böse hatte den Körper, was Menschen Krankheit nennen, abgebaut und wieder kam ein Gedanke, als ich vor einem kranken Menschenkörper stand: Aus dem Körper einiger Tiere ist doch die Krankheit verschwunden, als ich leise vor mir sagte: „Liebes Tierlein, du wirst bald wieder einen gesunden Körper haben.“15 Und so geschah es auch. Beim Menschen ist es doch nichts anders. Als der Gedanke bei mir festlag, wurde der Körper des Menschen frei von allen Beschwerden. So wurde ich laufend von Kranken direkt angezogen, denn in allen Wohnungen, wo ich plötzlich auftauchte, waren kranke Menschen zu denen ich immer wieder nur sagte: „Du bist doch nicht mehr krank.“ Oder aber, wenn einige von diesen sagten: „Er wird sterben.“, da sagte ich kurz: „Nein, der stirbt noch lange nicht, gesund wird er werden!“ Bei jedem Kranken war ich nur ganz kurz, indem ich mich dem Kranken näherte und das schon Erwähnte kurz und leise dem Kranken sagte, worauf ich jedes Mal blitzschnell verschwand16.

[6] Von diesem Zeitpunkt an sind aus den Gedanken auch die Erkenntnisse, der Glaube entstanden und dieser hat Wurzeln gefasst, ist immer größer und stärker geworden17, den mir heute erst recht kein Mensch mehr nehmen kann.


1 Auch dies gehörte zu seinen Aufgaben: Die dem Satan verfallenen Personen bloszustellen und beim Namen zu nennen. Hierdurch gelangen immer wieder Freunde zu folgenden beiden Erkentnissen: 1.) Jeder Versuch gegen die Lehre anzureden oder Menschen von dieser abzuhalten dürfte satanischen Ursprungs sein. Selbst wenn die Lehre tatsächlich falsch oder fehlerhaft wäre kann dem Enzelnen nichts geschehen, sofern er der Auforderung Grönings folgt sich von allem selbst zu überzeugen. 2.) Die Hinweise Jesus auf die Wölfe im Schafspelz (die z.B. schöne und glaubhaft wirkende Worte verwenden) sind im Vollmaße gültig. Daher der Ratschlag: Derjenige, der als ein Wolf im Schafspelz bzw. als Gegenredner ohne eigene Überzeugung auftritt, kann ignoriert werden und – so ein Tipp der sich unter den Freunden etabliert hat – sofort weghören bzw. weggehen.
2 Es wäre ausreichend gewesen auf seine Eingebung bzw. seine innere Stimme zu hören. Hier läßt er uns aber wissen, das auch er der Lehre folgte und zu einer eigenen Überzeugung gelangte.
3 Genau genommen wollte man Gröning mit allen Mitteln beseitigen, selbst vor einem Anschlag schreckte man nicht zurück.
4 Bruno Gröning verwendete gelegentlich eine sehr Bildhafte Sprache. Hier hebt er herfor, wer der tatsächlich erfolgreiche Heiler war. Später verwendete er die Formulierung „Es gibt kein Unheilbar!“
5 Mit der Sperrkette des Bösen deutet er hier auf die Versuche hin, ihn von den hilfsbedürftigen Mitmenschen fern zu halten und auch auf die Unternehmungen die Hilfsbedürftigen von ihm abzudrängen.
6 Mit „Weiter und Weiter“ ist hier sowohl seine eigene Weiterentwicklung als auch ein tatsächlicher Waldweg zu verstehen (als er ihn zum erstenmal, in seiner Kindheit,  beschritt).
7 Bei dem Gedanken „Gott“ handelt es sich um den höchsten und kraftvollsten aller Gedanken. Weitere Infrmationen hierzun finden sich im Buch: Das wichtigset Buch der Bruno Gröning Freunde. In den durch das Bruno Gröning Archiv gegründeten Gemeinschaften werden hierzu äußerst effektive Einstellübungen durchgeführt.
8 Aus diesem Grunde geben einige der erfolgreichen Bruno Grönng Freunde den folgenden Ratschlag weiter: Über das Thema BRUNO GRÖNING wird gegenüber Aussenstehenden erst dann gesprochen bzw. berichtet bis man selbst zu einer entsprechenden Überzeugung (d.h. der eigenen Vollheilung) gekommen ist. (Dieses entspricht Grönings Willen. Und Jesus bat oftmals nach den Heilungen darum, vorerst nicht über ihn zu reden.)
9 Hieraus könnte man einen Ratschlag für diejenigen unter uns ableiten, die sich einsam bzw. alleine fühlen: Gehet in die Natur.
10 Was muss das ein großartiges Erlebnis sein, durch den Wald zuu ziehen, mit vielen Tieren als Begleiter. Andeutungsweise erleben das auch Hundebesitzer, deren tierischer Begleiter i.A. immer an der eigenen Seite bleiben.
11 Im Gegensatz hierzu muss diese „aufgegriffen werden“ etwas schreckliches sein. Er verwendet diesen Ausdruck ganz bewußt, denn er impliziert einen Vergleich zu einem aufgegriffenen Verbrecher, der mit aller Härte bestraft werden muss. Seine überaus harte Strafe erhielt er dann daheim.
12 Im bereits erwähnten Buch deutet Jesus eine Erklärung hierfür an; dahingehend, dass der Körper selbst gar keinen Schmerz empfinden kann, sondern stets nur die Seele.
13 Es liegt dem Archiv ein nicht mehr überprüfbarer Bericht vor, wonach ihm ein Engel erschien, als er in der beschriebenen Situation Gott darum bat ihn wieder von der Welt zu nehmen. Dabei fiel ihm alles wieder ein, erinnerte sich an seine Aufgabe und wer er in Wahrheit war. Damit wurde ihm bewußt, das er, wie er es hier nennt, stärer als jeder Mensch war und über welch unsagbaren Kräfte er verfügte (diese Kräfte kann jeder rein gewordene Mensch ebenfalls an sich ziehen).
14 D.h.: krank waren
15 D.h.: Sein Vertrauen und Glauben war zu diesem Zeitpunkt bereits voll ausgebildet.
16 Vermutlich hätte er ansonsten bereits als Kind einen gewaltigen Presserummel ausgelöst, wofür die Zeit aber erst im Jahre 1949 reif war.
17 Daraus folgt, dass wir alle ganz klein anfangen und nur über einen schwachen Glauben verfügen. Durch das Tätigsein (für uns Freunde gilt zunächst: durch die Befolgung der Lehre) wachsen unsere Fähigkeiten. Die Anzahl derer, die heute schon wie ein „Heiler“ wirken liegt (aus gutem Grunde) in dunkeln. Der Weg dorthin führt über die Erkenntnisse, an die wir nur dann gelangen können, wenn wir selbst zur Überzeugung kommen.


Quelle: FREIE ARBEITSGEMEINSCHAFT BRUNO GRÖNING »Das Tor zum Weg«, Stephanskirchen bei Rosenheim 1970, Heraugegeben von Josette Gröning
Überprüft und für autentisch befunden durch das Archiv Busam.
Titel gem Busam-Verzeichnis: Fünf Jahre hart und härtester Kämpfe hat es gekostet…
Hinweis: Die Zahlen in eckigen Klammern werden nicht mitgelesen. Sie erleichtern die Orientierung und Bezugnahme.