Die wahre Nächstenliebe

JC_004_800_428Jesus:
Läßt denn Gott Seine Sonne nicht über die Heiden so gut wie über die Juden leuchten, was du doch alle Tage gar wohl bemerkt haben wirst? Macht aber da Gott, der Herr über alle Dinge in der Welt und in den Himmeln keinen Unterschied, so soll auch ein wahrer Jude darin Gott, der sein ewiger Vater ist, völlig ähnlich zu werden trachten.

Du brauchst ihnen darum aber nicht bei einem etwaigen Bau eines Götzentempels behilflich zu sein – denn das wäre keine wahre Nächstenliebe und hätte vor Mir auch keinen Wert -; aber die Heiden mit aller Freundlichkeit von allen ihren alten Irrtümern befreien und ihnen geben das alte Wahrheitslicht, das hat vor Mir einen übergroßen Wert.

Imgleichen auch, so da kommt ein armer Heide vor deine Tür und fleht dich an um ein Almosen und du enthältst es ihm darum vor, weil er ein Heide ist, so hast du dadurch vor Mir nichts Verdienstliches fürs ewige Leben getan; so du dich aber auch des armen, hungrigen und durstigen Heiden erbarmst und gibst ihm, dessen er bedarf, so hast du vor Mir ein Mir sehr wohlgefälliges Werk der wahren Nächstenliebe getan, und Ich werde es dir vergelten hier schon hundertfach und dereinst jenseits unendlichfältig. Denn die wahre Nächstenliebe im Herzen eines Menschen – ob Jude oder Heide ist gleich – ist das einzige, wahrhaft geistige Lebenselement, durch das alle Sinnenwelt und auch alle Himmel in der Bestandsordnung erhalten werden. So ein Mensch die wahre Nächstenliebe hat und übt, so lebt er dadurch auch in der rechten Ordnung Gottes und gründet in sich das ewige Leben seiner Seele.

Habe du von nun an denn auch die wahre Nächstenliebe gegen Heiden so gut wie gegen Juden, und du wirst erweckt werden durch Meines Geistes Kraft zum ewigen Leben und wirst eindringen in Meine Gottheitstiefen und wirst dadurch denn in Mir auch wahrhaft lieben deinen Gott über alles, – und das ist alles, was Ich von den Menschen zur Gewinnung des ewigen Lebens verlange. Wer da solche Liebe hat, der hat vor Mir keine Sünde und braucht nicht der Juden lange und leere und vor Mir wertloseste Gebete, keine Fasten und keine Bußwerke in Sack und Asche zu wirken. – Hast du das wohl verstanden?


Text: GEJ, B10, K148, A9-12
Abbildung: Illustration of the holy family and three kings (© honeyflavour/ Fotolia.com)

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