Abwanderung ins Ausland

Auszüge aus einer stenografisch erfassten Unterhaltung im Wintergarten des Traberhofs
Bruno Gröning am 3. September 1949
Eintrag im Busam-Verzeichnis: Entweder gibt man mir die Heilung frei oder ich bin gezwungen…

Anmerkung: Der dem Bruno Gröning Archiv vorliegende Durchschlag ist nicht vollständig erhalten, bzw. in größeren Teilen nicht mehr lesbar. Es werden daher nur bedeutsame Worte Bruno Grönings wiedergegeben obwohl tatsächlich eine richtige Unterhaltung – man könnte auch von einer Besprechung reden – stattgefunden hat. Hintergrund dieser war sein Bestreben ins Ausland zu gehen, sofern es in Deutschland nicht möglich sein würde persönlich heilen und helfen zu können.


Bruno Gröning:
Entweder gibt man mir die Heilung frei oder ich bin gezwungen, ins Ausland zu gehen. Ich habe in Herford angefangen, ich habe gesagt, dass das Ausland schon lange auf den kleinen Gröning wartet.

Wer hierauf einen Anspruch hat, wird auch die Heilung empfangen. Anspruch hat, wer den Glauben in sich hat, das heißt, den Glauben an unseren Herrgott. Und wer den Glauben schon seit Jahrzehnten verloren und jetzt einsieht, dass es doch nicht so weitergeht wie bisher, dass er dem Satan verfallen ist und bereit ist, den wahren göttlichen Glauben in sich aufzunehmen, dem wird auch die Hilfe zuteil.

Ich frage nicht nach Religion, nach Nation. Wir Menschen gehören zusammen. Der einzige Arzt, der Arzt aller Menschen, ist unser Herrgott. Wir haben alle, weil wir ja Kinder Gottes sind, nur einen Vater, das ist unser Herrgott. Wir sollen diese schöne göttliche Erde uns nützlich machen, wir sollen es genießen. Und wer daneben ist, wer vom Teufel besessen ist, wer gibt dem ein Recht, unter uns, das heißt in diesem schönen Paradies zu leben, das der Herrgott für uns geschaffen hat? Er will nichts vom Herrgott wissen und doch lebt er davon, er schnappt die Luft, er betritt die Erde. Dazu hat er ja dann gar kein Recht, kein Recht, unter uns zu sein. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich tatsächlich auch zu dem wahren Glauben zu bekehren und den Herrgott als seinen Vater anzuerkennen.

Ich habe immer wieder gesagt, ich bin nicht stolz, ich bin der kleine, einfache Mann. Ich will keinen Titel haben, wie man ihn mir schon von Seiten der Regierung angeboten hat, nein, ich will keinen Titel, ich will nur Menschen helfen, Menschen heilen. Ich will diese göttliche Kraft erhalten, um Derartiges weiter tun zu können, was ich bis zum heutigen Tage getan habe.

Ich stehe wie ein Transformator, indem ich die Kraft vom Herrgott erhalte und diese an den einzelnen Menschen gebe, d. h., durch die Kraft entsteht die Gesundheit.

Ich habe die Absicht, fortzugehen, ja. Ich habe ja Zeit. Ich will die Zeit ausnutzen, um hier Heilstätten zu errichten, um Ihnen dann auf einem geregelten Wege die Heilung zu bringen.

Ich werde hier Plätze ansprechen, den Boden ansprechen.

Ich kann nichts dafür, ich handele nach Eingebungen. Ich kann sagen, dass dieser Boden, worauf Sie stehen, ein heiliger geworden ist. Denn Sie sind gläubig hierher gekommen. Sie haben hier die Tränen vergossen und dieser Boden ist mit Tränen getränkt. Sie suchen Hilfe und diese göttliche Hilfe haben Sie gefunden. Dieser Boden befreit Sie von all Ihren Leiden, von all Ihren Krankheiten. Und dies ist geschehen am laufenden Band, ohne dass ich in Herford war. Und es geht immer weiter. Ich brauche keinen Schlaf, eine halbe Stunde kann ich schlafen und die größte Zeit bin ich dabei, Menschen zu helfen. Und bin ich in einem Restaurant – auch dort sind Menschen – und wenn ich dort mein Bier oder meinen Kaffee trinke, dann geschieht das. Deswegen kann man mir nichts Schlechtes nachreden.

Es ist nicht meine, das ist keine menschliche Kraft, das ist eine rein göttliche Kraft. Wer will dagegen etwas tun! Hier kann kein menschliches Gesetz mir verbieten, Menschen zu helfen, Menschen zu heilen.

Ich tue meine Pflicht, ich tue das, wozu ich mich mein ganzes Leben verpflichtet fühle. Ich habe Ihnen zu wissen gegeben, dass ich den Menschen zu seinem Glauben zurückführen will, zum Glauben an das Göttliche.

Ich fürchte keinen Menschen. Und es geschieht, was geschehen soll.

Man glaubt, die Gezeichneten sind die Krüppel. Nein, das sind nicht die Gezeichneten vom Herrgott. Die Gezeichneten sind die, die den Glauben an unseren Herrgott verloren, die ihn beschmutzen, die nicht das Gute haben wollen, sondern all das Schlechte.

Gibt man mir den Weg frei, Menschen zu helfen, Menschen zu heilen, bleibe ich!

Ich kann nicht ohne Arbeit sein und immer versteckte halbe Arbeit machen. Wenn 60, 70, vielleicht auch mal 100 Menschen an einem Tag gesund werden, das ist mir zu wenig. Meine Aufgabe ist es, alle Menschen gesund zu machen, nicht nur 10, 100 oder 1.000. Gibt man mir den Weg nicht frei – ich habe alles soweit vorbereitet – dann muss ich ins Ausland gehen, so leid es mir tut, ich kann nicht anders. Ich bin für meine Güte verfolgt worden, man hat nichts unversucht gelassen, man wollte mich einsperren, obwohl ich nur Menschen geholfen, nur Gutes getan habe. Ich habe von ihnen nichts verlangt, keinen Pfennig, ich habe auch nichts zu essen verlangt, obwohl der eine oder andere immer sein Bestes hergab.


Nur wenige Tage nach diesen Erläuterungen geschah es dann; die Menschen kamen zu Tausenden, einmal sollen sogar – in nur einer einzigen Nacht – 30.000 geheilt worden sein. Wie es dazu kam kann aus dem Schriftwerk nicht mehr herausgelesen werden, vermutlich stimmte er dem Vorschlag zu, die Presse über seinen Auenthaltsort zu informieren. Die entsprechenden Pressebeiträge bracht dann Hunderttausende dazu ihn auf dem Traberhof aufzusuchen.


Quelle: Verlags-Archiv Busam